Die Idee
oder wie und warum dieses Buch entstand

Als am 8. Februar 2002 der 75. Jahrestag der Eingemeindung Wiblingens als Ulmer Stadtteil gefeiert wurde, berichtete Christa Kuisl im Stadtteilblatt „D’r Wibling’r“ über die Feierstunde. Eine Kurzfassung der Stadtteilgeschichte „Vom armen Dorf zum Ulmer Stadtteil“ sollte folgen.

Mit der Kurzfassung wurde es nichts, denn die Geschichte eines Stadtteils, der sich in 75 Jahren um ein Vielfaches vergrößert hat, und der in dieser kurzen Zeit von 1.406 Einwohnern auf über 16.000 angewachsen ist, lässt sich nicht kurz fassen. Es wurde also eine lange Fortsetzungsgeschichte im Stadtteilblatt „D’r Wibling’r“, die vor allem von den alten Wiblingern gern gelesen wurde – sagte man der Autorin.

In der Folgezeit fragte Helga Dittrich von der Stadtteilbibliothek Wiblingen wiederholt an, ob die einzelnen Fortsetzungen zu einem Buch zusammengefasst werden könnten. Schulkinder oder Lehrer würden immer wieder nach Materialien zum Stadtteil Wiblingen fragen, wenn im Unterricht der Heimatort durchgenommen wird.

Christa Kuisl ging daran, aus den einzelnen Artikeln ein Buch zusammenzustellen. Aber es ist eben ein Unterschied, ob man Zeitungsartikel schreibt, die kurz und bündig sein müssen, oder ein Buch, das nicht nur Baugeschichte beschreibt, sondern auch und vor allem die Zeitgeschichte und die sozialen und kulturellen Hintergründe der Menschen im Stadtteil erfassen soll.
So dauerte die Fertigstellung des Buches mit einigen Unterbrechungen vier Jahre. Im Verlauf der Entstehung waren immer wieder neue Recherchen notwendig, insbesondere nachdem manche Zusammenhänge ausführlicher dargestellt werden sollten.

Nun ist das Buch abgeschlossen, das heißt, die Verfasserin hat einfach mal aufgehört, weitere Details einzubauen. Ein Buch über einen Stadtteil ist ja nie fertig; immer wieder erfährt man interessante Einzelheiten aus der Vergangenheit, die man gern noch einbringen möchte. So zum Beispiel, als die Autorin kürzlich von den beiden Waschhäusern in der Gögglinger Straße erfuhr, die den Bewohnern der Gögglinger Straße bis in die späten neunziger Jahre nicht nur die Waschmaschine ersetzen mussten, sondern auch die Dusche oder das Bad, denn in den kleinen „Volkswohnungen“ gab es nichts dergleichen. Und weil sich heute kaum noch jemand vorstellen kann, wie eng und einfach die Leute in den inzwischen abgerissenen Häusern lebten, wurde die Geschichte der Waschhäuser noch aufgenommen.

Dass das Buch fast zu einem Bildband geraten ist, regte der mv-verlag + marketing Landthaler-Pfeifle GbR an. Die Leser können mit dem Buch einen Foto-Spaziergang durch Wiblingen unternehmen, vielleicht entdecken Sie manchen hübschen Platz in Wiblingen, den Sie noch gar nicht kannten.

Viel Spaß beim Lesen!